Zuletzt aktualisiert am: 26.02.2026
Fein gearbeitete Schweißnähte, saubere Schweißverbindungen, hochwertige Materialien – willkommen in der Welt des WIG-Schweißens und der Wolframelektroden. Die Wahl der richtigen Wolframelektrode ist für das WIG-Schweißen genauso wichtig wie die Stromdüse beim MAG-Schweißen. Das Angebot an WIG-Elektroden auf dem Markt ist genauso bunt wie die Farbkodierung, die jeden einzelnen Wolframelektrodentyp kennzeichnet. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einen hilfreichen Überblick über die wesentlichen Wolframelektroden geben, um Ihnen die Auswahl für den Kauf zu erleichtern.
WIG-Schweißelektroden haben als Hauptbestandteil Wolfram, doch sind bis auf die reine Wolframelektrode (WP grün) alle anderen mit weiteren Elementen angereichert, was man als Dotierungen bezeichnet. Man spricht hier auch von Wolframdotierungen. Durch die zusätzlichen Elemente bekommen die Elektroden ihre ganz bestimmten Eigenschaften, um den Schweißprozess zu optimieren. Diese sind im Folgenden näher beschrieben.
Welche Wolframelektrode ist die richtige für meinen Schweißprozess?
Die Wahl der richtigen Wolframelektrode bzw. ihrer Dotierung hängt maßgeblich von der Schweißaufgabe ab: Schon ob Sie Gleichstrom oder Wechselstrom schweißen wollen, grenzt die Auswahl an Elektroden ein, denn nicht jeder Typ eignet sich auch für Wechselstrom, was beispielsweise für Aluminiumschweißen verwendet wird. Je nach Stromart, Schweißaufgabe und zu schweißendem Material werden reine Wolframelektroden verwendet oder solche, denen oxidische Zusätze meist bestehend aus Seltenen Erden beigemischt sind. Diese Zusätze sind Zirkoniumoxid (ZrO2), Lanthanoxid (La2O3), Ceroxid (CeO2) oder Thoriumoxid (ThO2) – und alle haben unterschiedliche Eigenschaften.
Die reine Wolframelektrode (WP grün) ermöglichen einen sehr ruhigen Lichtbogen. Oxidhaltige Elektroden lassen sich dagegen besser zünden, haben eine hohe Strombelastbarkeit und längere Lebensdauer.
Es ist also offensichtlich, dass die Wahl der richtigen WIG-Elektrode für eine Schweißaufgabe maßgeblich davon abhängt, worauf man seinen Schwerpunkt beim WIG-Schweißen legt.
Die im Folgenden dargestellte Wolframelektroden-Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die gängigsten Typen und deren Eignung bzw. Eigenschaften. Verschweißen Sie überwiegend hochlegierte Stähle oder Aluminium? Ist Ihnen die Standzeit der Elektrode wichtiger oder ihre Zündfähigkeit? Mit dieser Tabelle können Sie Ihre Vorauswahl erheblich erleichtern.
Ein Blick auf die Tabelle zeigt deutlich zwei Typen Wolframelektroden, die universell eingesetzt werden können. Erfahren Sie dazu im Folgenden mehr.
Farbkodierung mit Mischung aus Seltenen Erden ist:
Lila & Gold = E3® PRO
Farbkodierungen mit einer Mischung aus Oxiden der Seltenen Erden ist:
Lila = E3®
Farbkodierungen mit Lanthanoxid sind:
Gold = WLa 15 – mit 1,3 % bis 1,7 % Lanthanoxid
Schwarz = WLa 10 – mit 0,8 % bis 1,2 % Lanthanoxid
Blau = WLa 20 – mit 1,7 % bis 2,2 % Lanthanoxid
Farbkodierung mit Ceroxid ist:
Grau = WCe 20 – mit 1,8 % bis 2,2 % Ceroxid
Farbkodierung mit reinem Wolfram ist:
Grün = W – aus reinem Wolfram ohne Oxidbestandteil
Farbkodierungen mit Zirkoniumoxid sind:
Braun = WZr 03 – mit 0,15 % bis 0,5 % Zirkoniumoxid
Weiß = WZr 08 – mit 0,7 % bis 0,9 % Zirkoniumoxid
Tipp:
Die WZr und die reine Wolframelektrode sollten nur noch mit den alten Ein-Phasen-WIG-Stromquellen verwendet werden.
WIG-Elektroden mit Thoriumoxid als Dotierungselement sind aufgrund ihrer radioaktiven Eigenschaften extrem gesundheitsschädlich und in mehreren Ländern mittlerweile verboten. In der DGUV-Information 208-049 wird darauf verwiesen, dass thoriumoxidhaltige Wolframelektroden gemäß Abschnitt 4.2 (1) der TRGS 528 „nur noch aus produktspezifischen Anforderungen (zwingend technischen Gründen) verwendet werden“ dürfen und die Vorgaben der Strahlenschutzverordnung zu beachten sind. Für Betriebe ist die Verwendung von thoriumhaltigen WIG-Elektroden mit hohen Auflagen verbunden. Am besten Hände weg von Wolframelektroden mit Thorium!
Von thoriumhaltigen Wolframelektroden geht bereits beim Schleifen eine Gefahr aus. Wird eine WIG-Elektrode mit Thoriumbestandteil angeschliffen, muss eine Absaugung mit Entstaubern der Staubklasse H verwendet werden. Filter dieser Klassifizierung können hochgefährliche Stäube wie gesundheitsgefährdende Stoffe abscheiden. Gleiches gilt für das Schweißen mit thoriumhaltigen Wolframelektroden.
Wolframelektroden mit Thorium haben die Farbkennung Rot. E3®-Elektroden haben die Farbkennung Lila und E3® PRO haben die Farbkennung Lila & Gold.
Gemäß DGUV* muss die Gefährdung der Beschäftigten durch Schweißrauche nach dem Stand der Technik verringert werden (Einhaltung der Staubgrenzwerte). Gefahrstoffe sollen an deren Entstehungsstelle erfasst werden – mithilfe der sogenannten Punktabsaugung – falls es nicht möglich ist, das WIG-Schweißen durch ein anderes emissionsfreies Fügeverfahren zu ersetzen. Der Grund: Die Gefahrstoffe dürfen nicht in den Atemtrakt der schweißenden Person oder der in der Umgebung arbeitenden Menschen gelangen. Bei der Auswahl der Absaugung muss berücksichtigt werden, dass die Rauchgas-Erfassungselemente nahe genug an den Schweißstellen positioniert sind. Dabei muss darauf geachtet werden, dass während des Absaugprozesses der Absaugluftstrom keine Auswirkung auf die Schutzgasabdeckung hat.
Ja, die gibt es: E3® PRO (Lila & Gold) oder E3® (Lila). Beide Wolframelektrodentypen sind langlebige WIG-Schweißelektroden, die beste Ergebnisse garantieren. Sie sind nicht nur für die Schweißfachkraft und ihre Gesundheit die bessere Alternative zu anderen Elektroden, sondern auch für die Umwelt. Schleifstäube, Filterstäube und Reststücke sind nämlich kein Sondermüll, auch Transport und Lagerung bedürfen keiner speziellen Schutzmaßnahmen, weil sowohl die E3®-als auch die E3® PRO-Elektroden absolut frei von radioaktiven Bestandteilen sind.
E3® PRO- und E3®-Wolframelektroden entsprechen der Norm EN ISO 6848 und werden wie alle WIG-Schweißelektroden aus dem Produktportfolio von ABICOR BINZEL im eigenen Produktionsnetzwerk gefertigt und zeichnen sich durch höchste Produktqualität aus. Jede Verpackung dieser Wolframelektrodentypen besitzt eine Chargennummer, was bei Bedarf die Rückverfolgung garantiert. Auf Wunsch erhalten Sie auch ein Produktionszertifikat und ein Sicherheitsdatenblatt. Fragen Sie uns gerne.
Zum Schluss noch eine Anwendungsfrage:
Eine allgemeine Regelung gibt es nicht. Manche Anwender sagen, so weit, wie die Elektrode angeschliffen ist. Wir sagen: Das kommt auf den jeweiligen Anwendungsfall an. Beim Schweißen einer Kehlnaht muss die WIG-Elektrode weiter aus der Gasdüse herausschauen als beim Schweißen einer Stumpfnaht. Ebenso wird der Elektroden-Stickout der Größe und Weite der Gasdüse angepasst. Bei einer kleinen Gasdüse muss die Wolframelektrode nicht so weit herausschauen wie bei einer großen Gasdüse mit großem Durchmesser.
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen bei der Wahl Ihrer Schweißelektrode beim WIG-Schweißen und Ihnen die Qualität der Schweißnaht wichtig ist, sollten Sie die E3® PRO- oder die E3®-Wolframelektrode von ABICOR BINZEL unbedingt testen!
Haben Sie bereits mit der E3® oder mit der E3® PRO geschweißt? Dann teilen Sie uns gerne in den Kommentaren Ihre Erfahrungen mit.
Happy Welding!
*Formblatt FBHM-135 »Fachbereich AKTUELL«, Gefährdungen durch Gefahrstoffe beim Wolfram Intertgasschweißen (WIG) – Präventionsmaßnahmen, Stand: 21.07.2023
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