Zuletzt aktualisiert am: 09.06.2026.
Wo geschweißt wird, gewinnt die Schweißrauchabsaugung zunehmend an Bedeutung. Beim Absaugen über Absaughauben müssen die Rauchgase den Kopf und damit die Atmungsorgane des Schweißers bzw. der Schweißerin erst einmal passieren und werden unausweichlich eingeatmet. Solche Lösungen sind nicht zu empfehlen. Besser ist das Schweißen mit Absaugbrennern. Sie haben eine integrierte Punktabsaugung und erfassen die Rauchgase direkt an deren Entstehungsstelle.
Das Wichtigste in Kürze:
|
Doch wie schweißt man mit Absaugbrennern richtig? Wie kann man vermeiden, dass die Absaugung zu viel Schutzgas absaugt? Gibt es Empfehlungen darüber, wie man einen Absaugbrenner am besten hält, um frühzeitiges Ermüden der Muskulatur vorzubeugen?
5 Praxistipps für das richtige Schweißen mit Absaugbrennern:
Fürs Dünnblechschweißen, kleinere Reparatur- oder Werkstattarbeiten wie auch für Nacharbeiten genügt oft ein gasgekühlter MIG/MAG-Absaugbrenner bis 250 Ampere. Das bedeutet, dass Sie für derartige Schweißarbeiten einen leichten Absaugbrenner einsetzen können. Der xFUME® PRO 20 von ABICOR BINZEL zum Beispiel liegt in der Hand wie ein MIG/MAG-Standardbrenner derselben Leistungsklasse und ist ideal für solche Arbeiten.
Gleiches gilt für den xFUME® TIG, der für sicheres WIG-Schweißen für jeden Amperebereich entwickelt wurde. Gerade beim WIG-Schweißen entstehen hochgesundheitsgefährdende Rauchgase, deren Nanopartikel sogar Zellwände durchdringen, somit erbgut-verändernd sind und Krebs erzeugen können. Da diese nicht sichtbar sind, wird das WIG-Schweißen hinsichtlich Gefährlichkeit beim Einatmen der Rauchgase heute noch immer unterschätzt.
Abb.: xFUME® TIG
Mit steigender Amperezahl und dem Eintritt in die flüssiggekühlte Brennerliga, erhöht sich natürlich auch das Gewicht eines Schweißbrenners. Also auch das eines Absaugbrenners. Der xFUME® PRO und der xFUME® PRO HD gehören zu den leistungsstärksten Handbrennern mit Punktabsaugung dieser Absaugbrennerlinie von ABICOR BINZEL. Die Brennerentwicklung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Ergonomie und das gesamte Handling von diesen Rauchgas-Absaugbrennern mit dem von leistungsidentischen Standardbrennern vergleichbar sind. Es gibt also keinen Grund, das Schweißen mit Absaugbrennern wegen Unhandlichkeit und übermäßiger Belastung der Muskulatur weiterhin abzulehnen.
Das bedeutet:
Durch die zusätzliche Rauchgasabsaugung bestehen Absaugbrenner verständlicherweise aus mehr Material als Standard-Schweißbrenner. Das Mehr an Material hat dann unweigerlich auch Einfluss auf die Zugänglichkeit zum Werkstück und die zu schweißende Fuge. Das bedeutet ein größeres Frontend durch den zusätzlichen Absaugrohrbogen sowie die zusätzliche Absaugdüse an der Gasdüse. Daher haben Absaugbrenner immer noch den Ruf, dass sie die Sicht auf den Prozess einschränken. Mit der richtigen Ausstattung an Verschleißteilen kann für nahezu jeden Absaugbrenner sowohl eine gute Zugänglichkeit als auch gute Sicht auf den Prozess sichergestellt werden. Geeignete Verschleißteile finden Sie im xFUME®-Katalog von ABICOR BINZEL.
Ideal sind Absaugbrenner, für die unterschiedliche Verschleißteile zur Verfügung stehen. Zum Beispiel Absaugdüsen mit unterschiedlichen Geometrien.
Das bedeutet:
Beim Schweißen entsteht Hitze und die lässt den Schweißrauch immer nach oben steigen, wo er sich dann in der Umgebungsluft verteilt. Beim Schweißen mit Absaugbrennern ist die beste Rauchgasaufnahme daher immer dann gegeben, wenn der Brenner in die aufsteigende Rauchsäule gehalten wird. In dieser idealen Position erfasst ein Rauchgas-Absaugbrenner wie die der xFUME®-Reihe zusammen mit einem mobilen Absauggerät der xFUME®-Serie von ABICOR BINZEL bis zu 99 % der gebildeten Emissionen.
Beim Schweißen mit Absaugbrennern können je nach Schweißposition und Anstellung des Absaugbrenners weniger Rauchgase aufgenommen werden. Die folgende Abbildung zeigt den Einfluss unterschiedlicher Anstellwinkel des Absaugbrenners zum Werkstück sowie der Schweißrichtung:
Schweißposition PA – die sogenannte Wannenlage beim Schweißen von zum Beispiel Stumpf- und Kehlnähten – ist ideal für die Rauchgasaufnahme. Durch die leicht stechende Schweißbewegung wird der Absaugbrenner immer direkt in die Rauchgassäule geschoben. Ähnlich gut absaugbar sind Arbeiten, die in Position PB geschweißt werden, dem horizontalen Schweißen von Kehlnähten. Alle anderen Positionen gelten als Zwangslagen, denn sie liegen außerhalb des Komfortbereichs des Schweißers bzw. der Schweißerin. Hierzu gehören PC (Quernahtschweißen), PD (horizontales Überkopfschweißen), PE (Überkopfschweißen), PG (Fallnahtschweißen) und PF (Steignahtschweißen).
Das bedeutet:
Noch immer bestehen Bedenken, dass beim Schweißen mit Absaugbrennern zu viel Schutzgas aufgesaugt wird, was die Qualität der Schweißnaht beeinträchtigen könnte. Zu wenig Schutzgas führt zu Oxidation und Porenbildung. Die Schweißnaht erfüllt damit nicht mehr die Vorgaben zur notwendigen Qualität. Prüfen Sie daher vor dem Schweißen mit Absaugbrennern die Absaugleistung des Schweißbrenners selbst. Hierfür empfehlen wir ein Absaugleistungsprüfrohr (s. Abb.) wie sie ABICOR BINZEL anbietet. Dieses Messrohr ist für verschiedene Brennertypen erhältlich und zeigt anhand einer farblichen Markierung die optimale Einstellung für den Absaugvolumenstrom. Fragen Sie alternativ Ihren Schweißfachhändler, ob dieser bei Inbetriebnahme neuer Absaugsysteme die tatsächliche Absaugleistung messen kann.
Sie haben unterschiedliche Möglichkeiten, um den Absaugvolumenstrom zu regeln:
Am flexibelsten und schnellsten können Sie die Regelung der Zuluft über den Schieberegler am Absaugbrenner anpassen.
Abb.: Zuluftregler an einem xFUME® PRO-Absaugbrenner
Das bedeutet:
Mit der Absaugfunktion erfasst ein Absaugbrenner nicht nur die Rauchgase. Auch aufgetragene Schweißtrennmittel aus der Vorbehandlung der Bauteile verdampfen beim Schweißen und werden mit aufgesaugt. Diese Partikel setzen sich in der Absaugdüse fest, im Innern des Brennerkopfs und des Schlauchpakets – und eben genauso in der Griffschale des Absaugbrenners.
Das bedeutet:
Fazit:
Für das Schweißen mit Absaugbrennern sind die Brenner heute technisch so weit entwickelt, dass sie in Handling, Gewicht und Zugänglichkeit sehr nah an Standard-Schweißbrenner herankommen. Beim Schweißen ohne Absaugbrenner bleiben die gesundheitlichen Folgen durch das Einatmen von Schweißrauch ein Leben lang bestehen. Viele Vorbehalte gegenüber Absaugbrennern stammen aus Zeiten älterer, schwerer Modelle und treffen heute nicht mehr zu. Wer die fünf beschriebenen Tipps berücksichtigt, wird feststellen, dass Absaugbrenner besser im gesamten Handling sind, als häufig angenommen wird. Und: Wer seinen Brenner richtig auswählt, einstellt und pflegt, hat lange Freude daran – und schützt gleichzeitig nachhaltig seine Gesundheit sowie die von Kolleginnen und Kollegen.
Happy welding!